Foto: © ALT

Tierseuchen und öffentlicher Veterinärdienst

Es ist gesetzlich festgelegt, welche Krankheiten von Tieren staatlich bekämpft oder überwacht werden und welche als Tierseuchen gelten.

Tierseuchen sind zum Teil nicht vom einzelnen Besitzer zu verhindern, können bedeutsame wirtschaftliche Folgen haben und/oder wildlebende Tierarten bedrohen. Einige können auch auf den Menschen übertragen werden.

Prävention, Überwachung und Bekämpfung sind zentrale Aufgaben von Bund und Kantonen, um die aktuell gute Gesundheitssituation der Tiere in der Schweiz zu sichern.

Tuberkulose

Tuberkulose

Die Schweiz gilt seit 1959 als amtlich anerkannt frei von Tuberkulose. Im benachbarten Vorarlberg wurde 1998 Mykobacterium caprae bei einem Hirsch diagnostiziert. Seitdem hat sich die Tuberkulose beim Hirsch weiter ausgebreitet. Als Vorbeugungs- und Früherkennungsmassnahme überwacht die Schweiz seit 2014 die Wildtierpopulation in den Grenzgebieten zu Österreich. In Graubünden werden seitdem jedes Jahr 120 erlegte Hirsche auf Tuberkulose getestet. Bis anhin wurde der Erreger der Tuberkulose nicht nachgewiesen.

Im gleichen Gebiet herrscht seit 2016 das Verbot der aktiven und passiven Wildtierfütterung. Das Verbot wurde vom ALT verfügt und mittlerweile aufgrund der Bedrohungslage bis auf Weiteres verlängert.

Ende August 2024 meldete die Abteilung Veterinärangelegenheiten Vorarlberg dem ALT mindestens 3 grenznahe Tuberkulose-Fälle beim Rothirsch.

Das ALT hat zusammen mit dem AJF ein Beobachtungsgebiet eingerichtet. Dieses beinhaltet die Gemeindegebiete Seewis, Grüsch, Schiers sowie das Fraktionsgebiet Saas als Teilgebiet der Gemeinde Klosters. Somit kann die epidemiologische Lage zur Gesunderhaltung der Rothirschpopulation abgeschätzt und das Risiko einer Übertragung auf Nutztiere verringert werden.

30% der gesund erlegten Hirsche und alle Hegeabschüsse sowie Unfall- und Fallwild werden in diesem Gebiet bis auf weiteres von der Jägerschaft und Wildhut auf Tuberkulose untersucht.

Anleitung Probenahme bei Hirschen im Tuberkulose-Beobachtungsgebiet

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